Was macht dir Freude?

Mit der Nacht auf den 29. Dezember verlassen wir den Zeitraum der heiligen Nächte. Die stille Zeit ist vorbei und das Leben richtet sich deutlicher auf die Zeit, die vor uns steht aus.

Wenn wir die Zweifel an unserem Weg überwunden haben, wenn wir den Mut in uns gefunden haben, unseren tiefsten inneren Wünschen den Raum zu geben, den sie brauchen, um sich für uns zu verwirklichen, dann wird sich mit diesem Tag eine Türe öffnen, durch die wir ganz leicht gehen können – ohne Wenn und Aber.

An diesem Tag wollen wir uns daher dem widmen, was uns Freude bereitet. Vielleicht machen wir uns selbst eine Freude, indem wir uns etwas gönnen – und zwar erst Recht, wenn wir eigentlich keine Zeit haben dazu! Überlegen Sie, was Ihnen heute Spaß machen würde. Ein Einkaufsbummel in der Stadt? Eine Ausstellung? Ein Museumsbesuch? Ein Theaterabend? Eine Auszeit in der Saunalandschaft? Ein Videoabend mit Freunden? Ein gutes Buch lesen in der Kuschelecke? Es gibt viele kleine Dinge, die uns Freude machen können. Leider haben wir im Alltag verlernt, uns diese Dinge auch zu gönnen.

Spüren wir einfach mal nach:

  • Was macht mir Freude?
  • Wann habe ich mich das letzte Mal über etwas gefreut – einfach so?
  • Wie ging es mir in diesem Augenblick? Und danach?
  • Was brauche ich, um mich auf Augenblicke der Freude wieder einzulassen – ohne Vorbedingung, ohne Wenn und Aber?

Der Lyra spielende Orpheus unseres Titelbildes ist in der Borstei zu finden.

Der Selige Winthir von Neuhausen

raunacht-05-2014-winthirAm heutigen 29. Dezember werden viele Heilige verehrt, darunter Thomas Becket, der Erzbischof von Canterbury war, als unser München gegründet wurde. Doch auch wir Münchner dürfen uns geehrt fühlen, einen Namen zu diesem Tag beisteuern zu können – den seligen Winthir von Neuhausen. Das Bild zeigt die Idylle auf dem kleinen Friedhof um die Winthirkirche in dem heutigen Münchner Stadtteil.

Was wir über Winthir wissen, verrät nur der Volksmund. Es heißt, er sei um das Jahr 700, also lange vor der Gründung der Stadt München, nach Neuhausen gekommen. Dort arbeitete er als Säure, das heißt als Eseltreiber. Manche erzählen, er wäre aus Irland gekommenund wäre auf seiner Wallfahrt in dem Dorf Neuhausen hängen geblieben. Während seines Aufenthaltes soll es weder Unwetter noch Viehseuchen gegeben haben, sodass er bis heute als Schutzpatron gegen dieses Unbill gilt. Auf ganz bescheidene, unaufdringliche Art soll er den Einheimischen das Christentum nahegelegt haben. Er lebte in einem kleinen Häuschen und ernährte sich vom selbst gezogenen Gemüse aus seinem Garten. Es heißt, dass Besucher seines Grabes in der Kirche einen wundervollen Wohlgeruch wahrgenommen haben und in der Kirche selbst immer wieder Geräusche zu hören seien wie Hämmern, Sägen und Klopfen. Wer den Seligen um Fürbitte bat, der wurde oft von langwierigen Leiden befreit, vor allen Dingen an Armen und Beinen. Während des Spanischen Erbfolgekrieges unterstellten sich die Bewohner von Neuhausen und Gern dem Segen des Winthir – und blieben verschont. Im Jahre 1931 stürzte in einer schweren Gewitternacht am 6. August, dem Gedenktag des Seligen, der Turm der Kirche ein. Bei darauf folgenden Ausgrabungen wurden die Gebeine des Seligen entdeckt – unter einem Baumstumpf, genauso, wie es die Überlieferung will: der Selige Winthir wurde unter einer Linde begraben Seine Reliquien wurden erneut in der Winthirkirche in Neuhausen beigesetzt.

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