Die Michaelskirche taucht noch durch ein weiteres Vorkommnis im Zusammenhang mit den Hexenverbrennungen in München auf: Bei ihrem Bau im Jahr 1590 stürzte der ursprünglich auf dem Dach angebrachte Turm ein. Wer sonst, als die Hexen, könnte daran schuld gewesen sein? Eine damals 70jährige Münchnerin, Anna Anbacher, befand sich unglücklicherweise zur Zeit des Einsturzes in der Nähe des Geschehens. Sofort wurde sie angeklagt, den Einsturz mit angewandtem Schadenszauber herbeigeführt gehabt zu haben. Ihr wurden die im Hexenhammer genau vorgegebenen Fragen gestellt: Ob sie einen Pakt mit dem Teufel getroffen habe? Ob sie mit Schadenszauber Krankheiten und anderes Unheil über die Einwohner der Stadt gebracht hätte? Ob sie eine Buhlschaft mit dem Teufel eingegangen sei und Hexensabbats abhalte?  Unter den grausamen Foltermethoden gestand sie alles und wurde als Hexe verbrannt. Im Theatinerhof, wo die Menschen heute genüsslich ihren Eiskaffee schlürfen und ihren Kuchen genießen, stand das Wohnhaus der „Hexe“ Anna Anbacher.

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Der Hexenort

Der Innenhof der Theatinerkirche.