Die Folteranweisungen aus dem Hexenhammer wurden vom Henker der Stadt ausgeführt. Denn der musste nicht nur Menschen hinrichten, auch andere Tätigkeiten, die nichts für schwache Nerven waren, gehörten zu seinem Aufgabenbereich: Das Reinigen von Gefängnissen, Kastration von Tieren, das Töten von herumstreunenden Hunden und eben Foltermaßnahmen für Hexen und anderer des Verbrechens bezichtigter Leute. Er wurde von den übrigen Einwohnern geächtet. Mit jemandem, der solch grausige Taten durchführt, wollte man nichts zu tun haben. Andererseits hatte der Henker ein ausgeprägtes Wissen über die Anatomie des Menschen, wusste er doch am besten, welche Gliedmaßen wie am besten ausgerenkt und – die Folter sollte ja lange herausgezogen werden – wieder eingerenkt werden konnten. So kam es vor, dass die Menschen oft Schlange vor seinem Haus in der Nähe der heutigen Blumenschule standen, um sich seinen medizinischen Rat einholen zu können. So erwirtschaftete er sich einen kleinen Nebenverdienst. Oft wurde dieser in Alkoholkonsum investiert – viele Henker sind dem Alkohol verfallen gewesen, wohl, um ihren „Beruf“ ertragen zu können.

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Der Hexenort

Etwa an der Stelle, an der heute die Gebäude der so genannten “Blumenschule” stehen, stand einst das Haus des Münchner Henkers, nahe an der alten Stadtmauer und dem Sendlinger Tor. Noch heute eine eher unheimliche Gegend …