Wie soll es für dich werden?

Die letzte Dezembernacht ist angebrochen. Noch eine Nacht, und das Neue Jahr beginnt.

Der 31. Dezember selbst markiert die Mitte der Zwölften und die Raunacht, die in diesen Tag hineinragt, prägt diese Mitte ganz besonders. Wir stehen kurz davor die Schwelle in das Neue Jahr zu überschreiten.

Heute Nacht steht das Thema an, wie wir in das Neue Jahr starten wollen, vor allen Dingen unter welche Vorzeichen wir diesen Beginn stellen wollen, denn ein alter Glaube besagt, dass eine Sache sich so entwickeln wird, wie sie sich am Anfang gezeigt hat. Wir haben es also ein Stück weit selbst in der Hand, wie wir das Neue Jahr gestalten, indem wir den Übergang gut vorbereiten.

Daher sind die Fragen des Tages:

  • Was lief im vergangenen Jahr richtig gut?
  • Worauf kann ich mich im kommenden Jahr wieder verlassen?
  • Was soll auf alle Fälle so bleiben, wie es gerade ist?
  • Was möchte ich im kommenden Jahr genau so machen wie im letzten?

Die Antworten auf diese Fragen enthalten Hinweise auf kostbare Stärken in uns. Auf diese können wir auch in der Zukunft zählen, denn sie haben sich bewährt.

Was bringt das kommende Jahr? “Nix gwiss woas ma ned”

072-abb.-1-der-finessenseppUnser Bild zeigt das Finessensepperl am Neuhauser Tor (Karlstor) – den Erfinder des berühmten Ausspruchs: “Nix gewiss was ma ned”.

1763 bis 1828 lebte in München Joseph Huber, eines der echten Münchner Originale und schon zu Lebzeiten der wohl beliebteste Mann in München, den die meisten unter dem Namen “Finessensepperl” kannten. Er war zwar sehr klein von Wuchs, dabei aber gut proportioniert – und ein Mensch voller Gegensätze. Während er die meiste Zeit fast einfältig vor sich hin lächelte, war er doch äußerst schlau, tat so, als ob er weder des Schreibens oder Lesens kundig war, und wusste doch ganz genau, was Schwarz auf Weiß geschrieben stand.

Für die Münchner war er der “Postillon d’ Amour”,denn er trug die heimlichen Botschaften, vor allen in Liebesdingen, von Haus zu Haus. Dafür ließ er sich mit ein paar Kreuzern oder Naturalien belohnen. Seine witzigen Aussprüche wurden schnell zu geflügelten Worten und schon zu seinen Lebzeiten erschienen sie als Sammlung in einem Buch. Der bekannteste Spruch aber ist der mittlerweile zur Münchner Redensart gewordene Satz: “Nix gwiss woas ma ned” – seine Antwort auf allzu neugierige Fragen, wenn er wieder einmal in geheimer Mission durch die Straßen der Stadt unterwegs war.

Finessensepperl starb am 26. April 1829. Er wurde auf dem Alten südlichen Friedhof begraben.

Sein Konterfei ist als eines der vier Münchner Originale in den Ecken des Neuhauser Tores am Stachus (aka Karlstor) zu finden.

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