22. Engel im Stadtspürer®-Adventskalender – ENGEL DES MUTES

Was ist deine Heldentat heute?

Am Fuße der Mariensäule auf dem Marienplatz, mitten im magischen Herzen Münchens, kannst du ein seltsames Schauspiel betrachten: Hier bekämpfen vier mit Schwertern und Speeren bewaffnete Engel die vier Grundübel der Menschheit in Gestalt von allegorischen Ungeheuern.

Die Schlange steht für die Ketzerei, der Drache für den Hunger, der Löwe für den Krieg und der Basilisk, eine Schlange mit Hahnenkopf, für die Pest. Diese Darstellung ist eine Anspielung auf eine Stelle in der Bibel (Psalm 91, Vers 13): “Über die Schlange und den Basilisken wirst Du schreiten und den Löwen und den Drachen wirst Du zertreten”.

Diese Putti, also Engel in Kindergestalt, entstanden in einer Zeit, in der die Menschen große Mühsal erlitten und sich vom Himmel nichts sehnlicher wünschten als Unterstützung im Kampf gegen die großen Katastrophen, die gerade über sie hereinbrachen, zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

Heute stellen wir uns Engel anders vor, eher als liebevolle Wesen mit ätherischer Ausstrahlung – und weniger als Helden, die Schwerter und Speere schwingen. Doch genau dies können sie auch sein. Sie verleihen uns mit ihrem Vorbild den Mut, den wir gerade in den dunkelsten Stunden brauchen, damit das Leben weiter geht. Es geht dabei nicht immer um die weithin strahlende Heldentat, sondern oft genug nur um die alltägliche Selbstüberwindung.

Fjodor Dostojewskij hatte es einmal so formuliert:

“Held sein, eine Minute, eine Stunde lang, das ist leichter als in stillem Heroismus den Alltag tragen. Nehmt es nur auf euch, das Leben in diesem grauen, eintönigen Alltag, dieses Wirken, für das euch niemand lobt, dessen Heldentum niemand bemerkt, das in niemandem Interesse für euch erweckt; wer diesen grauen Alltag erträgt und dennoch dabei Mensch bleibt, der ist wahrhaft ein Held.”

Für wen wirst du heute der Held sein?

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