9. Engel im Stadtspürer®-Adventskalender – ENGEL DES SCHUTZES.

Warum werden Engel eigentlich mit Flügeln dargestellt? Das war nicht immer so. In der frühchristlichen Kunst wurden die Boten Gottes meist als Menschen in weißen Gewändern dargestellt. Erst später kamen die Flügel dazu, vermutlich in Anlehnung an die Genien der Antike. Seither sind die Flügel das Hauptkennzeichen dieser Mittler zwischen Oben und Unten. Das Rauschen der Engelsflügel wird zu einem Merkmal ihrer Nähe.

Ganz besondere Engel sind die Seraphim – “die Brennenden” -, die im Grunde nur aus Flügeln bestehen und sich in nächster Gottesnähe aufhalten. Sie haben ursprünglich sechs Flügel, werden später aber auch zu den uns aus vielen Kirchen und anderen sakralen Stätten bekannten geflügelten Köpfen, die den Himmel bevölkern. Sie sind im Grunde keine Boten Gottes mehr, sondern dienen Gott durch ihren Gesang, den sie um seinen Thron verbreiten. Sie sind ganz und gar nicht mehr von dieser Welt.

Engel fliegen wie Vögel und bevölkern den Himmel. Sie verkörpern damit auch so etwas wie die Sehnsucht nach einer Befreiung von allem Irdischen und den Aufstieg in die Reinheit des Höheren. Ist es nicht erstaunlich, dass Menschen aller Kulturen das Göttliche stets irgendwo im Himmel vermuteten?

Dank ihrer Flügel können uns Engel aber auch unter ihre Fittiche nehmen, uns beschützen. Dieser Engel über dem Eingangsportal eines Hauses an der Theresienwiese verkörpert diesen Schutzaspekt und deutet an, dass die Bewohner sich geborgen fühlen dürfen.

Dieser Engel beschützt den Eingang des ehemaligen Wohnhauses von Emanuel von Seidl, ebenfalls Architekt wie sein Bruder Gabriel, am Bavariaring 10.

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